Photovoltaik Preisentwicklung 2010–2026: Wie entwickeln sich PV-Preise wirklich?
Photovoltaik Preisentwicklung 2010–2026: Wie entwickeln sich PV-Preise wirklich?

Anna Vöpel
Stand:
Die Photovoltaik Preisentwicklung zeigt, dass die Preise zwischen 2010 und 2022 um über 45–50 % gefallen sind. 2026 liegen typische Kosten für eine PV-Anlage bei etwa 1.000–1.300 € pro kWp. Kurzfristige Preisschwankungen entstehen durch Modulpreise, Nachfrage und politische Rahmenbedingungen.
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Zusammenfassung
Die Preise für Photovoltaikanlagen sind seit 2010 deutlich gefallen und liegen 2026 bei etwa 1.000 € pro kWp.
Hauptgründe dafür sind technischer Fortschritt, Massenproduktion und der weltweite Ausbau der Solarindustrie.
PV-Module, Speicher und Wechselrichter sind in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden.
Trotz kurzfristiger Preissteigerungen 2022 und 2023 bleiben Photovoltaikanlagen langfristig wirtschaftlicher.
Steigende Strompreise machen eine eigene PV-Anlage für Hausbesitzer immer attraktiver.
Inhaltsverzeichnis
Wie haben sich Photovoltaik-Preise seit 2010 entwickelt?
Seit 2010 sind die Preise für Photovoltaikanlagen in Deutschland deutlich gefallen. Während laut Statista, PV-Anlagen Anfang der 2010er Jahre noch rund 1.960 € pro kWp kosteten, lagen die durchschnittlichen Preise 2021 nur noch bei etwa 1.175 € pro kWp. Das entspricht einem Preisrückgang von rund 47 % innerhalb von zehn Jahren. Hauptgründe dafür sind günstigere Solarmodule, technische Fortschritte und der weltweit starke Ausbau von Photovoltaik. Besonders zwischen 2011 und 2019 gingen die Preise fast jedes Jahr zurück. Die Photovoltaik Preisentwicklung Prognose 2026 zeigt aktuell eher eine leichte Tendenz zu steigenden Preisen.
Jahr | Ø Preis pro kWp | Preisunterschied zum Vorjahr |
|---|---|---|
2010 | 2.300 € | - |
2011 | 1.960 € | -14,78% |
2012 | 1.410 € | -28,06% |
2013 | 1.390 € | -1,42% |
2014 | 1.300 € | -6,47% |
2015 | 1.260 € | -3,08% |
2016 | 1.260 € | +/-0% |
2017 | 1.140 € | -9,52% |
2018 | 1.070 € | -6,14% |
2019 | 1.034 € | -3,36% |
2020 | 1.128 € | +9,09% |
2021 | 1.175 € | +4,17% |
2022 | 1.250 € | +6,38% |
2023 | 1.300 € | +4,0% |
2024 | 1.150 € | -11,54% |
2025 | 1.050 € | -8,7% |
2026 | 1.000 € | -4,76% |
Die Tabelle zeigt deutlich, wie stark die Preise für Photovoltaikanlagen seit 2010 gefallen sind. Besonders in den ersten Jahren war der Preisrückgang sehr stark. Danach sanken die Preise langsamer, der langfristige Trend blieb jedoch weiterhin klar nach unten gerichtet. 2022 und 2023 stiegen die Preise kurzfristig wieder etwas an, vor allem durch Lieferprobleme, hohe Nachfrage und gestiegene Rohstoffkosten. Seit 2024 gehen die Preise jedoch wieder deutlich zurück.
PV-Modul Preisentwicklung
Die Preise für PV Module sind in den letzten Jahren stark gefallen. Während Solarmodule 2010 noch bei rund 1,40 € pro Wattpeak lagen, kosten viele Standardmodule Anfang 2026 nur noch etwa 0,11 € pro Wattpeak. Hauptgründe dafür sind technische Fortschritte, Massenproduktion und der weltweit starke Ausbau der Solarindustrie. Besonders zwischen 2010 und 2020 gingen die Preise fast jedes Jahr zurück. 2022 stiegen die Modulpreise kurzfristig wieder etwas an, vor allem durch Lieferprobleme und hohe Nachfrage. Seit 2023 sinken sie jedoch wieder deutlich.
Speicher-Preisentwicklung
Auch die Preise für Stromspeicher sind in den letzten Jahren deutlich gefallen. Während Batteriespeicher 2016 oft noch bei rund 900 € pro kWh lagen, bewegen sich viele Systeme 2026 nur noch bei etwa 450 € pro kWh. Gründe dafür sind günstigere Batteriezellen, technische Fortschritte und die stark gestiegene Produktion für Elektroautos und Energiespeicher weltweit.

Wechselrichter Preisentwicklung
Auch die Preise für Wechselrichter sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Während viele Geräte Anfang der 2010er Jahre noch bei rund 300 € pro kW lagen, bewegen sich moderne Wechselrichter 2026 oft nur noch bei etwa 105 € pro kW. Hauptgründe dafür sind technische Fortschritte, höhere Produktionsmengen und effizientere Fertigung.

Warum sind PV-Preise so stark gefallen?
Die Preise für Photovoltaik sind in den letzten Jahren vor allem durch Massenproduktion, technischen Fortschritt und den weltweit starken Ausbau der Solarindustrie deutlich gefallen. Besonders China hat den Markt stark geprägt und enorme Produktionskapazitäten aufgebaut, wodurch Solarmodule deutlich günstiger hergestellt werden konnten. Gleichzeitig wurden Module, Wechselrichter und Batteriespeicher immer effizienter und leistungsstärker. Auch der starke Wettbewerb zwischen Herstellern sowie Skaleneffekte durch steigende Produktionsmengen sorgten für sinkende Kosten. Dadurch sind die Modulpreise und damit auch die Preise kompletter PV Anlagen über viele Jahre deutlich gefallen.
Warum stiegen die Preise 2022–2023 plötzlich wieder?
Die Preise für Photovoltaikanlagen stiegen 2022 und 2023 zeitweise wieder an, nachdem sie zuvor viele Jahre gefallen waren. Gründe dafür waren vor allem höhere Rohstoffpreise, weltweite Lieferkettenprobleme und die Energiekrise. Gleichzeitig sorgten hohe Strompreise für einen starken Nachfrageboom bei Photovoltaikanlagen und Stromspeichern. Viele Betriebe kamen mit der Installation kaum hinterher, wodurch zusätzliche Engpässe entstanden.
Wie setzen sich Photovoltaik-Kosten heute zusammen?
Die Kosten einer Photovoltaikanlage bestehen heute aus mehreren Bereichen. Neben den PV Modulen machen vor allem Stromspeicher, Wechselrichter, Montage und Installation einen großen Teil der Gesamtkosten aus. Je größer die Anlage wird, desto stärker wirken außerdem Skaleneffekte. Dadurch werden einzelne Komponenten im Verhältnis oft günstiger. Beispielsweise kostet der Speicher pro kWh bei einer 15 kWp Anlage häufig weniger als bei einer 10 kWp Anlage.
Kostenbestandteil | Anteil |
|---|---|
PV-Module | 14–18,5% |
Stromspeicher | 22–25% |
Wechselrichter | 11–13,5% |
Montagesystem | 9–11% |
Montage | 12–17% |
Installation | 12–17% |
Planung | 10% |
Werden Photovoltaik-Preise 2026 weiter sinken?
Viele hoffen auf weiter fallende PV Preise, doch eine deutliche Preisreduzierung ist aktuell eher unwahrscheinlich, denn aktuell ist auf dem Markt zu sehen, dass die Photovoltaik Preise steigen. Zwar sind die Modulpreise weiterhin vergleichsweise niedrig, gleichzeitig steigen jedoch Lohnkosten, Netzanforderungen, Materialkosten und Installationskosten in vielen Bereichen weiter an. Auch die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen bleibt hoch. Die aktuelle PV Preise Prognose zeigt deshalb eher stabile Preise oder moderate Preissteigerungen statt eines erneuten starken Preisverfalls wie in den 2010er Jahren. Wer auf deutlich günstigere Photovoltaik Preise im Jahr 2027 hofft, sollte beachten, dass kurzfristige Einsparungen durch mögliche Preissteigerungen bei Strom und Installation schnell wieder ausgeglichen werden können.
Szenario 1: Modulpreise sinken
Fallen die Modulpreise weiter, könnten auch Photovoltaikanlagen günstiger werden. Solarmodule gehören zu den wichtigsten Kostenbestandteilen einer PV Anlage. Anfang 2026 lagen hochwertige Module im europäischen Großhandel teilweise nur noch bei rund 0,12 € pro Wattpeak. Allerdings bestehen die Gesamtkosten nicht nur aus den Modulen. Auch Montage, Installation, Wechselrichter und Speicher spielen eine große Rolle. Deshalb führt ein sinkender Modulpreis nicht automatisch zu deutlich günstigeren Komplettanlagen.
Szenario 2: Nachfrage steigt
Steigt die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen weiter an, können die Preise auch stabil bleiben oder sogar steigen. Besonders in Zeiten hoher Strompreise und großer Unsicherheit wächst das Interesse an PV Anlagen oft sehr schnell. Dadurch sind viele Installationsbetriebe stark ausgelastet und Wartezeiten nehmen zu. Selbst wenn die Modulpreise niedrig bleiben, können höhere Installationskosten die Gesamtpreise der Anlagen erhöhen.
Szenario 3: Förderung verändert sich
Auch Förderungen und politische Entscheidungen haben großen Einfluss auf die Preisentwicklung. Sinkende Einspeisevergütungen können die Wirtschaftlichkeit neuer Anlagen etwas verschlechtern. Gleichzeitig können neue Förderprogramme oder steuerliche Vorteile die Nachfrage wieder deutlich erhöhen. Der PV-Markt hängt deshalb nicht nur von den Modulpreisen ab, sondern auch stark von politischen Rahmenbedingungen und Förderungen.
Lohnt es sich, mit einer PV-Anlage zu warten?
Nein, das Warten mit PV lohnt sich in den meisten Fällen nicht. Zwar hoffen viele Hausbesitzer auf weiter sinkende Preise, gleichzeitig entgehen ihnen jedoch monatliche Stromkostenersparnisse durch den Eigenverbrauch. Zudem sind starke Preisstürze bei kompletten Photovoltaikanlagen aktuell eher unwahrscheinlich, da Installationskosten, Löhne und Nachfrage weiterhin hoch bleiben. Wer früh investiert, profitiert dagegen sofort von niedrigeren Stromkosten und langfristig stabileren Energiekosten.
Sinkt der Preis einer beispielhaften 10 kWp PV-Anlage mit einem 10 kWh Speicher um 5% ergeben sich folgende Ersparnisse:
10 kWp Aktuelle kosten: 13.655 €
10 kWp - 5% : 12.972 €
13.655 € - 12.972 € = 683 €
Es können somit 683 € Ersparnis erreicht werden, falls es zu einer 5% Preissenkung kommt.
Steigt der Strompreis jedoch um 8 %, kann es zu fehlenden Einsparungen kommen:
Strompreis Aktuell: ca. 32 Cent/kWh
Nach 8% Preissteigerung: ca. 34,5 Cent/kWh
Bei einem Jährlichen Stromverbrauch von 6.000 kWh im Jahr entstehen somit Stromkosten in Höhe von:
6.000 kWh x 0,345 € = 2.070 €
Dem Gegenüber stehen die Einsparungen durch den selbst erzeugten Strom einer beispielhaften 10 kWp PV-Anlage, sowie die Einnahmen der Einspeisevergütung:
Mit 10 kWh Speicher (60 % Eigenverbrauch)
Eigenverbrauch: 6.000 kWh x 0,345 € = 2.070 €
Einspeisung: 4.000 kWh x 0,0778 € = 311 €
Jahresertrag = 1.920 € + 311 € = 2.381 €
Hausbesitzer, die auf dauernd auf sinkende Preise warten verlieren somit 311 € pro Jahr.
Hier erfahren Sie, was es mit der Amortisation einer PV-Anlage auf sich hat: Amortisation PV-Anlage
Preisentwicklung nach Anlagengröße
Die Preise für Photovoltaikanlagen unterscheiden sich je nach Anlagengröße teilweise deutlich. Kleinere Anlagen sind pro kWp oft teurer, da viele Kosten unabhängig von der Größe entstehen. Größere Anlagen profitieren dagegen stärker von Skaleneffekten, wodurch die Kosten pro kWp sinken. Die folgende Tabelle zeigt durchschnittliche PV-Anlagenpreise 2026 inklusive eines Stromspeichers sowie die Veränderung gegenüber dem Vorjahr.
Anlagengröße | Ø Preis 2026 | Preisänderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
5.960 € | +72,8 % | |
6.750 € | +46,7 % | |
8.050 € | +39,9 % | |
9.415 € | +36,4 % | |
10.855 € | +34,9 % | |
11.680 € | +26,9 % | |
13.090 € | +26,5 % | |
13.655 € | +18,7 % | |
15.015 € | +18,7 % | |
15.805 € | +14,6 % | |
17.145 € | +14,7 % | |
17.920 € | +11,3 % | |
19.225 € | +11,4 % | |
19.980 € | +8,6 % |
Regionale Unterschiede bei PV-Preisen
Die Preise für Photovoltaikanlagen unterscheiden sich nicht nur nach Anlagengröße oder Ausstattung, sondern auch je nach Region deutlich. Faktoren wie Wettbewerb, Nachfrage, Fachkräftemangel können die Installationskosten spürbar beeinflussen. Dadurch können identische PV Anlagen regional unterschiedlich teuer sein.
Nord vs. Süd
In Süddeutschland, besonders in Bayern und Baden-Württemberg, werden sehr viele Photovoltaik-Anlagen installiert. Dort gibt es viele Fachbetriebe, wodurch oft mehr Wettbewerb entsteht und die Preise teilweise stabiler bleiben. In Norddeutschland kann es regional weniger Installationsbetriebe geben, wodurch die Preise stärker schwanken können.
Stadt vs. Land
Auch zwischen Stadt und Land gibt es Unterschiede bei den Preisen. In Großstädten sind Photovoltaik-Anlagen oft teurer, da dort höhere Personal- und Betriebskosten entstehen. Außerdem sind Dächer in Städten häufig komplizierter. Auf dem Land sind Dächer oft größer und leichter zugänglich, wodurch die Installation günstiger sein kann.
Fachkräftemangel
Der Fachkräftemangel beeinflusst die Preise zusätzlich. In Regionen mit hoher Nachfrage gibt es teilweise zu wenige Installationsbetriebe, wodurch längere Wartezeiten entstehen können. Das kann die Installationskosten erhöhen und die Preise für Photovoltaik-Anlagen steigen lassen.
Photovoltaik-Preisentwicklung vs. Strompreisentwicklung
Während die Preise für Photovoltaikanlagen in den letzten Jahren langfristig deutlich gefallen sind, entwickelten sich die Strompreise genau in die andere Richtung. Haushaltsstrom kostete 2015 in Deutschland noch rund 30 Cent pro kWh, 2023 lag der Durchschnitt zeitweise bereits bei fast 48 Cent pro kWh. Zwar sanken die Strompreise danach wieder etwas, 2026 werden jedoch weiterhin etwa 37 Cent pro kWh erwartet.
Dadurch wird deutlich: Auch wenn Photovoltaikanlagen kurzfristig Preisschwankungen unterliegen, steigen die Stromkosten langfristig deutlich stärker. Genau deshalb wird eine eigene PV Anlage für viele Hausbesitzer wirtschaftlich immer interessanter.

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Anna Vöpel
AUTOR
Anna ist freie Autorin mit Spezialisierung auf Photovoltaik, erneuerbare Energien sowie technische und bauliche Fachthemen.












