PV Anlage bei Stromausfall: Was wirklich funktioniert
Grundlagen
PV Anlage bei Stromausfall: Was wirklich funktioniert

Kerim Sagir
Stand:
26.02.2026
Eine der häufigsten Fragen von Hausbesitzern lautet: Läuft meine PV Anlage bei Stromausfall weiter?
Die kurze Antwort: Nein, zumindest nicht automatisch.
Warum das so ist, welche Lösungen es gibt und welche Variante für welchen Haushalt sinnvoll ist, klären wir hier klar und ohne Umwege.
Zusammenfassung
Eine PV Anlage bei Stromausfall liefert ohne zusätzliche Technik keinen Strom, da sie sich aus Sicherheitsgründen automatisch vom Netz trennt.
Erst durch einen passenden Stromspeicher, einen backupfähigen Wechselrichter und eine sichere Netztrennung kann die Anlage im Ernstfall weiter Energie bereitstellen.
Notstrom versorgt einzelne Geräte manuell, Ersatzstrom übernimmt automatisch ausgewählte oder alle Stromkreise, während eine Inselanlage vollständig unabhängig vom öffentlichen Netz arbeitet.
Die Laufzeit hängt von Speichergröße, Ladezustand und Verbrauch ab – nicht nur die Kapazität, sondern auch die Entladeleistung ist entscheidend.
Eine Nachrüstung ist häufig möglich, sollte jedoch technisch geprüft und fachgerecht umgesetzt werden, damit Sicherheit, Normen und Anlagenleistung gewährleistet bleiben.
Inhaltsverzeichnis
Warum eine normale PV Anlage bei Stromausfall abschaltet
Eine klassische Photovoltaikanlage ist mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. Der Wechselrichter synchronisiert sich ständig mit der Netzspannung. Fällt diese weg, schaltet sich die Anlage automatisch ab.
Das ist gesetzlich vorgeschrieben und dient der Sicherheit. Würde Ihre Anlage weiterhin Strom ins Netz einspeisen, könnten Techniker bei Reparaturarbeiten gefährdet werden.
Wichtig:
Auch wenn die Sonne scheint, produziert Ihre PV-Anlage bei Stromausfall keinen nutzbaren Strom, solange keine spezielle Backup-Technik vorhanden ist.
Wann funktioniert eine PV Anlage bei Stromausfall?
Damit Ihre PV Anlage bei Stromausfall Strom liefern kann, braucht es drei Dinge:
Einen Stromspeicher
Einen geeigneten (backupfähigen) Wechselrichter
Eine technische Lösung zur Netztrennung
Erst dieses Zusammenspiel ermöglicht eine echte Not- oder Ersatzstromversorgung.
Notstrom, Ersatzstrom oder Inselbetrieb - kurz erklärt
Notstrom
Bei Notstrom steht im Stromausfall meist eine einzelne Steckdose oder ein separater Ausgang am Wechselrichter zur Verfügung. Dort können gezielt Geräte wie Kühlschrank oder Router angeschlossen werden. Die Versorgung erfolgt aus dem Speicher und muss manuell aktiviert werden. Geeignet für kurze Ausfälle und wenige Verbraucher.
Ersatzstrom
Bei Ersatzstrom trennt sich das Haus automatisch vom öffentlichen Netz und versorgt definierte Stromkreise oder das gesamte Haus weiter. Die Umschaltung erfolgt selbstständig. Je nach System kann die PV-Anlage den Speicher währenddessen weiter laden. Komfortabler, aber technisch aufwendiger.
Inselbetrieb
Eine Inselanlage arbeitet komplett unabhängig vom Stromnetz. Das Haus wird dauerhaft nur über PV-Anlage und Speicher versorgt. Diese Lösung ist für Gebäude ohne Netzanschluss gedacht und deutlich komplexer als Not- oder Ersatzstrom.
Wie lange reicht ein Stromspeicher bei Stromausfall?
Das hängt von drei Faktoren ab:
Ladezustand des Speichers zum Zeitpunkt des Ausfalls.
Speicherkapazität (z. B. 5, 10 oder 15 kWh).
Aktiver Stromverbrauch im Haushalt.
Ein durchschnittlicher Haushalt kann mit 5–10 kWh Speicher bei reduzierter Nutzung mehrere Stunden bis zu einem Tag überbrücken. Werden große Verbraucher wie Herd oder Wärmepumpe betrieben, verkürzt sich die Laufzeit deutlich.
Entscheidend ist nicht nur die Kapazität, sondern auch die Entladeleistung. Ein Speicher mit geringer Leistung kann nicht beliebig viele Geräte gleichzeitig versorgen.
Was bedeutet „Schwarzstartfähigkeit“ und warum ist sie wichtig?
Bei einem kompletten Netzausfall benötigt der Wechselrichter eine sogenannte Netzreferenz, um wieder anzulaufen. Systeme mit Schwarzstartfähigkeit können sich selbst starten, auch ohne vorhandene Netzspannung.
Ohne diese Funktion bleibt die Anlage trotz Speicher inaktiv, bis das öffentliche Netz zurückkehrt.
Wer eine PV Anlage bei Stromausfall wirklich nutzen möchte, sollte gezielt auf diese Eigenschaft achten.
Kann man eine bestehende PV Anlage nachrüsten?
In vielen Fällen lässt sich eine bestehende PV Anlage so erweitern, dass sie bei Stromausfall Strom liefern kann. Entscheidend ist zunächst, ob der vorhandene Wechselrichter bereits backupfähig ist oder sich gegen ein geeignetes Modell austauschen lässt. Zusätzlich muss ein kompatibler Stromspeicher integriert werden können, der im Notfall die Versorgung übernimmt. Auch die Elektroinstallation spielt eine zentrale Rolle, da eine sichere und normgerechte Trennung vom öffentlichen Netz gewährleistet sein muss.
Während sich eine einfache Notstromlösung häufig relativ unkompliziert nachrüsten lässt, ist eine vollständige Ersatzstromversorgung technisch deutlich anspruchsvoller und sollte immer individuell von einem Fachbetrieb geprüft und geplant werden.
Lohnt sich eine PV Anlage als Absicherung gegen Stromausfall?
Rein statistisch sind Stromausfälle in Deutschland selten und dauern meist nur wenige Minuten. Eine PV-Anlage wird primär zur Reduzierung der Stromkosten und zur Eigenverbrauchsoptimierung installiert.
Die Notstromfähigkeit ist ein zusätzlicher Vorteil, aber selten das Hauptargument.
Für die meisten Haushalte reicht eine Teil-Ersatzstromlösung völlig aus. Ein Full Backup lohnt sich vor allem bei erhöhtem Sicherheitsbedürfnis oder bei kritischer Infrastruktur im Haus.
Häufig gestellte Fragen
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