Tauben unter der Photovoltaikanlage? So sichern Sie Ihre PV-Anlage dauerhaft
Grundlagen
Tauben unter der Photovoltaikanlage? So sichern Sie Ihre PV-Anlage dauerhaft

Kerim Sagir
Stand:
24.02.2026
Photovoltaikanlagen produzieren zuverlässig Strom und bieten gleichzeitig einen idealen Unterschlupf für Tauben. Der Zwischenraum unter den Modulen ist trocken, geschützt und für Fressfeinde schwer erreichbar. Was für die Tiere attraktiv ist, wird für Hausbesitzer schnell zur Belastung: Gurren in den frühen Morgenstunden, Kot auf Terrasse und Fensterbank, verstopfte Dachrinnen und eine stetig wachsende Population.
Wer das Thema Tauben und Photovoltaik frühzeitig angeht, spart sich Ärger, Kosten und wiederkehrende Probleme.
Zusammenfassung
Tauben nutzen den geschützten Raum unter Photovoltaikanlagen gezielt als Brutplatz und kehren aufgrund ihrer Standorttreue immer wieder zurück.
Technische Schäden sind selten, doch Lärm, Kot und verstopfte Dachrinnen machen den Befall schnell zu einem dauerhaften Ärgernis.
Wirksam ist nur ein lückenloser Verschluss der Modulränder, bei dem die Hinterlüftung und damit der Ertrag der Anlage erhalten bleiben.
Abschreckungsprodukte wie Bürsten oder Ultraschall bieten meist keine nachhaltige Lösung.
Bei bestehender Brut sind tierschutzrechtliche Vorgaben zu beachten. Eine fachgerechte und gesetzeskonforme Umsetzung ist entscheidend.
Inhaltsverzeichnis
Warum nisten Tauben unter PV-Anlagen?
Stadttauben sind sogenannte Höhlenbrüter. Ursprünglich lebten sie an Felswänden, später in Dachböden und Mauernischen. Moderne Gebäude sind jedoch weitgehend verschlossen. Photovoltaikanlagen übernehmen heute diese Funktion.
Unter den Modulen finden Tauben genau das, was sie suchen: Schutz vor Wetter, einen erhöhten Brutplatz und konstante Bedingungen. Hinzu kommt ihre starke Standorttreue. Haben sie sich einmal unter einer Anlage eingenistet, kehren sie immer wieder dorthin zurück und brüten mehrmals im Jahr.
Aus einem Paar kann so innerhalb kurzer Zeit eine dauerhafte Ansiedlung entstehen.
Sind Tauben ein Risiko für die Photovoltaikanlage?
Technisch betrachtet verursachen Tauben selten gravierende Schäden. Moderne Anlagen sind robust, Kabel fachgerecht verlegt. Das eigentliche Problem liegt woanders.
Tauben sorgen für anhaltende Verschmutzung durch Kot und Nistmaterial. Der Geruch kann sich rund ums Haus ausbreiten, Dachrinnen verstopfen, Balkone werden regelmäßig verschmutzt. Dazu kommt die Geräuschkulisse durch Gurren, Flügelschlagen und Revierkämpfe.
In Haushalten mit kleinen Kindern kann Taubenkot zudem zu einem hygienischen Thema werden. Vor allem aber beeinträchtigt der Befall dauerhaft die Wohnqualität.
Tauben von der Photovoltaikanlage fernhalten: Was wirklich funktioniert
Entscheidend ist ein einfaches Prinzip: Der Zugang unter die Module muss vollständig verschlossen werden. Nur so lässt sich verhindern, dass Tauben den geschützten Raum als Brutplatz nutzen.
Wichtig dabei ist, dass die Hinterlüftung der Module erhalten bleibt. Eine gute Luftzirkulation ist notwendig, damit die Anlage effizient arbeitet und kein Wärmestau entsteht.
Viele vermeintliche Lösungen wie Ultraschallgeräte, Plastikvögel oder Flatterbänder zeigen in der Praxis kaum Wirkung. Auch einfache Bürstensysteme schließen die Anlage oft nicht lückenlos ab. Tauben sind anpassungsfähig und finden selbst kleine Öffnungen zuverlässig.
Die nachhaltige Lösung: Lückenloser Modulrand-Verschluss
Bewährt hat sich der umlaufende Verschluss der Modulränder mit speziellen Schutzgittern oder Profilen. Diese werden am Rahmen der Solarmodule befestigt und verhindern dauerhaft, dass Tauben unter die Anlage gelangen.
Entscheidend ist eine fachgerechte und durchgängige Montage. Bereits kleine Lücken reichen aus, damit sich die Tiere erneut einnisten. Gleichzeitig darf kein Bauteil die Modulfläche verschatten, damit der Stromertrag unverändert bleibt.
Wird der Verschluss korrekt angebracht, bleibt die Hinterlüftung vollständig erhalten und die Anlage arbeitet weiterhin effizient, nur eben ohne ungebetene Gäste.
Tierschutz und rechtliche Vorgaben bei Tauben unter der PV-Anlage
Sobald Tauben unter einer Photovoltaikanlage brüten, ist das Thema nicht nur technisch, sondern auch rechtlich relevant. In Deutschland greift hier das Tierschutzgesetz.
Das bedeutet: Nester mit bebrüteten Eiern oder Jungvögeln dürfen nicht einfach entfernt oder verschlossen werden. Jungtiere einzusperren oder Elterntiere am Zugang zu hindern, kann als Verstoß gegen das Tierschutzrecht gewertet werden und Bußgelder nach sich ziehen.
Grundsätzlich gilt: Solange keine Brut stattfindet, darf die Anlage gesichert werden. Ist die Brut jedoch bereits im Gange, muss in der Regel abgewartet werden, bis die Jungtiere flügge sind. Erst danach kann ein dauerhafter Verschluss erfolgen.
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen Stadttauben und besonders geschützten Wildvogelarten. Während verwilderte Haustauben rechtlich anders bewertet werden, stehen viele andere Vogelarten unter strengem Artenschutz. Eine fachkundige Einschätzung stellt sicher, dass Maßnahmen sowohl wirksam als auch gesetzeskonform umgesetzt werden.
Was ist bei bestehendem Befall zu beachten?
Befinden sich bereits Nester mit Eiern oder Jungvögeln unter der Photovoltaikanlage, gelten tierschutzrechtliche Vorgaben. Nester dürfen nicht einfach entfernt oder verschlossen werden, solange Tiere darin versorgt werden.
Unüberlegtes Handeln führt häufig dazu, dass Jungtiere eingesperrt werden oder die Tauben nach kurzer Zeit erneut versuchen, Zugang zu finden. In solchen Fällen sollte die Situation fachkundig beurteilt und erst danach eine dauerhafte Sicherung umgesetzt werden.
Tauben und Photovoltaik: Klare Lösung statt Provisorien
Tauben unter der PV-Anlage sind in erster Linie ein dauerhaftes Ärgernis, kein technischer Totalschaden. Doch wer abwartet, riskiert eine stetige Ausbreitung.
Die zuverlässigste Maßnahme ist eine lückenlose, tierschutzkonforme Abschottung der Modulränder bei gleichzeitig erhaltener Hinterlüftung. Provisorische Abschreckungsversuche führen meist nur zu kurzfristigen Erfolgen.
Mit einer durchdachten, fachgerecht umgesetzten Lösung bleibt Ihre Photovoltaikanlage das, was sie sein soll: eine saubere, effiziente und störungsfreie Investition in die Zukunft.
Häufig gestellte Fragen
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