Technik
Photovoltaik oder Solarthermie: Welche Solaranlage lohnt sich für Ihr Haus?

Kerim Sagir
Stand:
Wer Sonnenenergie nutzen möchte, steht oft vor der Frage: Photovoltaik oder Solarthermie: Was ist die bessere Lösung? Beide Technologien nutzen die Kraft der Sonne, verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele. Während Photovoltaik Strom erzeugt, produziert Solarthermie Wärme für Warmwasser oder Heizung.
Zusammenfassung
Photovoltaik erzeugt Strom, während Solarthermie Wärme für Warmwasser oder Heizung produziert. Beide nutzen Sonnenenergie, haben aber unterschiedliche Einsatzbereiche im Haushalt.
Photovoltaikanlagen sind meist wirtschaftlicher, da Strom teurer ist als Wärme und der erzeugte Solarstrom vielseitig genutzt werden kann.
Solarthermie eignet sich besonders für Warmwasser, vor allem in Haushalten mit hohem Warmwasserverbrauch oder begrenzter Dachfläche.
Die Kosten unterscheiden sich deutlich: Solarthermie ist in der Anschaffung günstiger, Photovoltaik bietet jedoch oft höhere langfristige Einsparungen.
Eine Kombination beider Systeme ist möglich, allerdings entscheiden sich viele Hausbesitzer dafür, die Dachfläche komplett mit Photovoltaik zu nutzen, um den finanziellen Nutzen zu maximieren.
Inhaltsverzeichnis
Photovoltaik und Solarthermie: Der wichtigste Unterschied
Der zentrale Unterschied liegt darin, welche Energieform erzeugt wird.
Eine Photovoltaikanlage (PV) wandelt Sonnenlicht in elektrischen Strom um. Dieser Strom kann im Haushalt direkt genutzt, in einem Batteriespeicher gespeichert oder gegen Vergütung ins Stromnetz eingespeist werden.
Eine Solarthermieanlage nutzt die Sonnenenergie dagegen zur Wärmeerzeugung. Die gewonnene Wärme wird meist für Warmwasser oder zur Unterstützung der Heizung verwendet.
Kurz gesagt:
Photovoltaik → Strom
Solarthermie → Wärme
Damit erfüllen beide Technologien unterschiedliche Aufgaben im Haushalt.
Wie funktionieren die beiden Technologien?
Photovoltaikmodule bestehen aus vielen Solarzellen aus Silizium. Trifft Sonnenlicht auf die Zellen, entsteht elektrischer Gleichstrom. Ein Wechselrichter wandelt diesen anschließend in nutzbaren Wechselstrom um.
Solarthermie arbeitet anders. Hier erhitzen Sonnenkollektoren eine Flüssigkeit in einem Rohrsystem. Diese transportiert die Wärme zu einem Speicher, der das Wasser für Dusche, Küche oder Heizung bereitstellt.
Beide Systeme werden meist auf dem Dach installiert und nutzen die gleiche Energiequelle, unterscheiden sich aber deutlich in Technik und Einsatzbereich.
Wirkungsgrad und Flächenbedarf
Beim Wirkungsgrad hat Solarthermie einen klaren Vorteil. Thermische Solarkollektoren erreichen häufig Wirkungsgrade von etwa 50 bis 80 Prozent, während Photovoltaikmodule meist zwischen 15 und 22 Prozent liegen.
Das bedeutet: Auf gleicher Dachfläche kann Solarthermie mehr Energie gewinnen, allerdings ausschließlich in Form von Wärme.
Photovoltaik benötigt daher meist mehr Dachfläche, bietet dafür aber den Vorteil, dass Strom vielseitiger genutzt werden kann, zum Beispiel für:
Haushaltsgeräte
Wärmepumpen
Elektroautos
Batteriespeicher
Wann lohnt sich Photovoltaik und wann Solarthermie?
In vielen Fällen ist Photovoltaik heute die wirtschaftlichere Lösung. Besonders sinnvoll ist eine PV-Anlage, wenn der Stromverbrauch im Haushalt relativ hoch ist, beispielsweise durch eine Wärmepumpe oder das Laden eines Elektroautos, und wenn der Wunsch besteht, unabhängiger vom Stromversorger zu werden.
Da Strom vielseitig genutzt werden kann, lässt sich der selbst erzeugte Solarstrom für zahlreiche Anwendungen im Haushalt einsetzen. Mit einem Batteriespeicher kann der Eigenverbrauch zusätzlich erhöht werden, wodurch sich die Wirtschaftlichkeit der Anlage weiter verbessert.
Solarthermie lohnt sich dagegen vor allem dann, wenn der Schwerpunkt auf der Warmwasserbereitung liegt. Sie eignet sich besonders für Haushalte mit hohem Warmwasserbedarf, für Gebäude mit begrenzter Dachfläche oder als Ergänzung zu einem bestehenden Heizsystem.
In den Sommermonaten kann eine Solarthermieanlage häufig den Großteil oder sogar den gesamten Warmwasserbedarf decken. Für die Beheizung im Winter reicht ihre Leistung jedoch in der Regel nicht aus, weshalb weiterhin ein zusätzliches Heizsystem erforderlich ist.
Photovoltaik und Solarthermie kombinieren: Ist das sinnvoll?
Grundsätzlich lassen sich Photovoltaik und Solarthermie problemlos miteinander kombinieren. In diesem Fall wird die verfügbare Dachfläche zwischen beiden Systemen aufgeteilt, sodass sowohl Strom als auch Wärme aus Sonnenenergie gewonnen werden können.
Eine solche Kombination kann besonders dann sinnvoll sein, wenn ausreichend Dachfläche vorhanden ist und im Haushalt sowohl ein höherer Strom- als auch Wärmebedarf besteht. Dennoch entscheiden sich viele Hausbesitzer in der Praxis dafür, die gesamte Dachfläche mit Photovoltaikmodulen zu belegen.
Der Grund dafür liegt meist in der höheren Wirtschaftlichkeit, da sich mit selbst erzeugtem Solarstrom häufig größere Einsparungen erzielen lassen als mit der Wärmegewinnung durch Solarthermie.
Fazit
Sowohl Photovoltaik als auch Solarthermie nutzen die Sonnenenergie effizient und helfen dabei, Energiekosten und CO₂-Emissionen zu reduzieren.
Während Solarthermie hauptsächlich für Warmwasser und Heizungsunterstützung eingesetzt wird, erzeugt Photovoltaik flexibel nutzbaren Strom für den gesamten Haushalt.
Für viele Eigenheimbesitzer ist Photovoltaik deshalb heute die attraktivere Lösung. Dennoch kann auch Solarthermie in bestimmten Situationen sinnvoll sein oder beide Technologien werden kombiniert.
Am Ende entscheidet vor allem eines: Ihr persönlicher Energiebedarf und die Gegebenheiten Ihres Hauses.
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