Förderung & Finanzierung
PV Förderung 2026: Fördermöglichkeiten für Photovoltaik

Arian Elezkurtaj
Stand:
29.01.2026
Die Förderung von Photovoltaikanlagen in Deutschland setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Statt einer einzigen zentralen Förderung greifen bundesweite Instrumente wie der KfW-Kredit, die Einspeisevergütung und steuerliche Erleichterungen sowie ergänzende Programme einzelner Bundesländer. Welche Förderung konkret infrage kommt, hängt vom Standort, der Anlagengröße und dem Nutzungskonzept ab. Die folgende Übersicht zeigt, welche Fördermöglichkeiten aktuell bestehen und wie sie sich sinnvoll kombinieren lassen.
Zusammenfassung
Die wichtigste bundesweite Förderung ist der KfW-Kredit 270, mit dem bis zu 100 Prozent der Kosten für Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher finanziert werden können.
Die Einspeisevergütung garantiert für 20 Jahre feste Einnahmen für eingespeisten Solarstrom, wobei der Vergütungssatz nur für neue Anlagen halbjährlich sinkt.
Der Nullsteuersatz senkt seit 2023 die Anschaffungskosten von PV-Anlagen bis 30 kWp um 19 Prozent und gilt auch 2026 weiterhin.
Zusätzlich sind Einnahmen aus PV-Anlagen bis 30 kWp von der Einkommensteuer befreit, insbesondere die Einspeisevergütung.
Landesförderungen unterscheiden sich stark: Einige Bundesländer bieten Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen, andere setzen ausschließlich auf bundesweite Förderinstrumente.
Warum Gesetzesänderungen für die PV-Förderung wichtig sind
Gesetzesänderungen bestimmen maßgeblich die Fördersätze, die Einspeisevergütung und die Möglichkeiten der Direktvermarktung von Photovoltaikanlagen. Sie beeinflussen damit direkt die Wirtschaftlichkeit und Planungssicherheit für Betreiber. Regelungen aus dem Jahressteuergesetz 2022, steuerliche Vorteile bei der Mehrwertsteuer sowie Programme wie das Klimapaket 2030 zeigen, wie stark politische Entscheidungen den Solarmarkt prägen.
Kurzüberblick: Einfluss auf Förderlandschaft und Planungssicherheit
Neue Gesetze legen fest, unter welchen Bedingungen Anlagen gefördert werden und ob sich Modelle wie das Marktprämienmodell lohnen. Änderungen bei Vergütung, Steuern oder technischen Anforderungen können die Erträge erheblich verändern. Gleichzeitig fördern das Heizungsgesetz und das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz die stärkere Integration von Photovoltaik in moderne Energiekonzepte.
Maßnahme / Gesetz | Zeitraum | Zentrale Inhalte | Auswirkungen für Betreiber |
|---|---|---|---|
Solarspitzengesetz | ab 2025 | Wegfall der Vergütung bei negativen Strompreisen, strengere Steuerung | Mehr Fokus auf Eigenverbrauch und Speicher, geringere Einnahmen in bestimmten Zeiten |
Solarpaket 1 | ab 2024/2025 | Bürokratieabbau, vereinfachte Anmeldung, Förderung von Balkonkraftwerken | Einfacherer Einstieg, mehr Anlagen im Privatbereich |
Weitere Maßnahmen | ab 2022 | Klimapaket 2030, Heizungsgesetz, Steuererleichterungen | Förderung erneuerbarer Energien im Gebäudesektor |
Degression der Einspeisevergütung | laufend | Halbjährliche Senkung der Fördersätze | Frühere Investitionen meist wirtschaftlicher |
Ausblick / Diskussionen | zukünftig | Gebäudemodernisierungsgesetz, neue Fördermodelle | Unsicherheit, Bedarf an flexibler Planung |
Ausblick und Empfehlungen
In Strategiepapieren der Bundesregierung und im Zusammenhang mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz werden weitere Änderungen diskutiert, darunter neue Fördermodelle und strengere Effizienzanforderungen. Betreiber sollten daher Unsicherheiten bei der Planung berücksichtigen, etwa durch den Einsatz von Speichern, flexible Vermarktung und eine regelmäßige Prüfung aktueller Förderbedingungen. So lassen sich Photovoltaikanlagen langfristig wirtschaftlich betreiben.
Die KfW-Förderung: Zinsgünstige Kredite
Die KfW ist die staatliche Förderbank Deutschlands und unterstützt Photovoltaikanlagen vor allem über zinsgünstige Kredite, nicht über direkte Zuschüsse. Zentrales Programm ist der KfW-Kredit 270 „Erneuerbare Energien – Standard“, mit dem bis zu 100 % der Kosten für PV-Anlagen, Batteriespeicher, Erweiterungen oder Repowering finanziert werden können. Der Antrag erfolgt immer vor Projektstart über die Hausbank. Förderfähig sind private Eigentümer, Unternehmen und Kommunen in Deutschland, nicht jedoch Reparaturen oder Balkonkraftwerke. Durch günstige Zinsen, flexible Laufzeiten und hohe Kreditbeträge macht die KfW die Finanzierung von Photovoltaik planbar und wirtschaftlich attraktiv.
Die Einspeisevergütung: Geld im Tausch für eingespeisten Strom
Die Einspeisevergütung ist eine staatlich festgelegte Zahlung für Solarstrom, der aus einer Photovoltaikanlage in das öffentliche Netz eingespeist wird. Sie wurde mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eingeführt, um den Ausbau der Photovoltaik wirtschaftlich attraktiv zu machen.
Die Höhe der Vergütung richtet sich nach Anlagengröße, Einspeisemodell (Teil- oder Volleinspeisung) und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme und ist ab diesem Zeitpunkt für 20 Jahre fest garantiert. Für neue Anlagen sinkt die Vergütung halbjährlich um 1 % jeweils zum 1. Februar und 1. August, wodurch frühere Inbetriebnahmen finanziell im Vorteil sind.
Wichtig: Ab der Inbetriebnahme bleibt die Vergütung unverändert und ist von weiteren Degressionen nicht betroffen.
Steuerbefreiung für Photovoltaikanlagen
Der Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagen sorgt seit dem 1. Januar 2023 dafür, dass beim Kauf und der Installation einer PV-Anlage keine Umsatzsteuer mehr anfällt. Er gilt für Anlagen bis 30 kWp sowie für alle wesentlichen Komponenten wie Solarmodule, Wechselrichter, Batteriespeicher, Unterkonstruktion und die komplette Montage. Dadurch sinken die Anschaffungskosten sofort um 19 Prozent, ganz ohne Antrag. Der Installateur stellt die Rechnung direkt mit 0 Prozent Umsatzsteuer aus.
Voraussetzung ist, dass die Anlage auf einem Wohngebäude oder einem überwiegend privat genutzten Gebäude installiert wird. Nicht unter den Nullsteuersatz fallen Reparaturen, Wartungen oder reine Serviceleistungen.
Zusätzlich profitieren Betreiber von einer zweiten steuerlichen Entlastung. Einnahmen aus Photovoltaikanlagen bis 30 kWp, insbesondere aus der Einspeisevergütung, sind vollständig von der Einkommensteuer befreit. Diese Regelung ist unabhängig vom Nullsteuersatz und ergänzt ihn sinnvoll, da sowohl die Anschaffung günstiger wird als auch die späteren Einnahmen steuerfrei bleiben.
Antragsverfahren für Photovoltaik-Förderung: Überblick
Eine korrekte und rechtzeitige Antragstellung ist Voraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher. Fehler im Förderantrag, ein falscher Zeitpunkt oder unvollständige Unterlagen führen häufig zur Ablehnung. Besonders bei stark nachgefragten Programmen wie SolarPLUS, dem Augsburger Solarförderprogramm oder „Regensburg effizient“ sind die Mittel oft schnell ausgeschöpft.
Wer kann einen Antrag stellen und was wird gefördert?
Bereich | Wichtige Informationen |
|---|---|
Antragsberechtigte | Eigentümer, Mieter, Unternehmen, Kommunen |
Förderfähige Projekte | Neuanlagen, Stromspeicher, Erweiterungen |
Nicht förderfähig | Reparaturen, Wartungsarbeiten |
Voraussetzungen | Technische Mindestanforderungen, Nutzungskonzept |
Inbetriebnahme | Muss den Förderbedingungen entsprechen |
Ablauf des Antragsverfahrens: Schritt für Schritt
Angebot oder Kostenvoranschlag einholen
Zunächst wird ein Angebot für die geplante Photovoltaikanlage oder den Stromspeicher eingeholt.Förderantrag stellen
Anschließend erfolgt die Antragstellung bei der zuständigen Bewilligungsstelle, der Hausbank oder über einen Online-Antrag.Prüfung und Entscheidung abwarten
Die eingereichten Unterlagen werden geprüft. Bei positiver Bewertung erhalten Antragsteller eine Förderzusage.Projekt umsetzen
Erst nach Erhalt der Förderzusage darf mit der Installation und Umsetzung des Projekts begonnen werden.Nachweise einreichen und Auszahlung erhalten
Nach Abschluss der Arbeiten werden die erforderlichen Nachweise eingereicht, woraufhin die Fördermittel ausgezahlt werden.
Zeitpunkt und erforderliche Unterlagen
Thema | Inhalt |
|---|---|
Antragstellung | Immer vor Projektbeginn und Vertragsabschluss |
Fristen | Abhängig vom Förderprogramm und der Bewilligungsstelle |
Antrag | Meist per Online-Antrag |
Unterlagen | Angebot, Eigentumsnachweis, technische Daten, Lageplan |
Programme | KfW-Kredit, BAFA, Landes- und Kommunalförderung |
Häufige Fehler und Tipps
Zu den häufigsten Fehlern zählen ein zu später Antrag, unvollständige Unterlagen oder ein vorzeitiger Projektstart vor der Förderzusage. Auch ein falscher Inbetriebnahme-Zeitpunkt oder die Missachtung der Fördervoraussetzungen kann zur Ablehnung führen. Antragsteller sollten daher alle Vorgaben sorgfältig prüfen, Fristen einhalten und sich frühzeitig über verfügbare Förderprogramme informieren, um ihre Chancen auf eine Förderung zu erhöhen.
Übersicht der PV-Förderung in jedem Bundesland
Hier finden Sie eine Kurzübersicht der Bundesländer mit länderspezifischen Förderungen. Die Bundesländer sind verlinkt, und leiten Sie zum umfassenden Beitrag zum jeweiligen Bundesland.
Bundesland | Art der Förderung | Förderdetails |
Darlehn | Die L-Bank unterstützt jedoch mit dem Programm: "Wohnen mit Zukunft: Photovoltaik" | |
- | Aktuell keine Zuschüsse bekannt. | |
Zuschuss | Zuschüsse bis zu 15.000 € für Ein-/Zweifamilienhäuser, | |
Zuschuss | Gründachförderung: Zuschuss für PV-Gründach-Kombinationen, 40–60 % der zusätzlichen PV-Mehrkosten (z. B. Unterkonstruktion, Wurzelschutz, Statik), PV-Module nicht förderfähig | |
- | Aktuell keine Zuschüsse bekannt. | |
Zuschuss | Niedersachsen (NBank „Klimaschutz & Energieeffizienz“): Zuschuss bis 45 %, PV nur im Maßnahmenpaket (mind. 2 Klimaschutzmaßnahmen und 50 % CO₂-Einsparung) | |
- | Aktuell keine Zuschüsse bekannt. | |
- | Aktuell keine Zuschüsse bekannt. | |
Darlehn | Bremen (BAB „Rund ums Haus / PV nach Plan“): Zinsgünstiges Darlehen bis 50.000 €, bis zu 100 % der Kosten, für PV-Anlagen inkl. Speicher, Wechselrichter, Ladeinfrastruktur und bauliche Maßnahmen | |
- | Aktuell keine Zuschüsse bekannt. | |
- | Aktuell keine Zuschüsse bekannt. | |
- | Aktuell keine Zuschüsse bekannt. | |
Darlehn, Tilgungszuschuss | Sachsen (SAB-Sachsenkredit „Energie & Speicher“): Zinsgünstiges Darlehen + Tilgungszuschuss, PV ab 30 kWp und Batteriespeicher | |
- | Aktuell keine Zuschüsse bekannt. | |
- | Aktuell keine Zuschüsse bekannt. | |
- | Aktuell keine Zuschüsse bekannt. |
Fazit
Auch wenn die Förderlandschaft auf Länderebene zunehmend ausdünnt, bleibt Photovoltaik in Deutschland klar gefördert und wirtschaftlich sinnvoll. Die Kombination aus günstigen KfW-Krediten, garantierter Einspeisevergütung und umfassenden Steuererleichterungen sorgt dafür, dass sich Solarstrom langfristig rechnet. Wer seine Anlage richtig plant und Förderungen frühzeitig berücksichtigt, kann die Investitionskosten deutlich senken und dauerhaft von niedrigen Stromkosten profitieren.

















