Photovoltaik-Handbuch
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Die Rolle von Photovoltaik für die Energiewende in Deutschland
Kapitel 1: Einstieg
Die Rolle von Photovoltaik für die Energiewende in Deutschland

Arian Elezkurtaj
Stand:
Photovoltaik ist eine der zentralen Säulen der Energiewende in Deutschland. Sie liefert heute bereits einen relevanten Anteil am Stromverbrauch, ist kostengünstig, klimafreundlich und schnell ausbaubar. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, fossile Energieträger zu ersetzen, CO₂-Emissionen zu senken und die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern.
Zusammenfassung
Photovoltaik deckte 2025 rund 18 % des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland und ist damit eine tragende Säule der Stromversorgung.
Bis 2030 soll die installierte Leistung laut EEG auf 215 GWp steigen, bis 2040 auf 400 GWp.
PV-Strom gehört heute zu den günstigsten Formen der Stromerzeugung.
Der Ausbau der Photovoltaik senkt Strompreise durch den Merit-Order-Effekt.
Photovoltaik leistet einen wesentlichen Beitrag zur CO₂-Reduktion und Versorgungssicherheit.
Photovoltaik als tragende Säule der Stromversorgung
Photovoltaik ist längst kein Nischenthema mehr. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 91 Terawattstunden (kurz: TWh) Solarstrom erzeugt. Damit kam fast 18% des gesamten Stroms, der in Deutschland verbraucht wurde, aus Photovoltaikanlagen. Zusammengenommen kamen alle erneuerbaren Energien (Wind, Sonne, Wasserkraft) bereits auf rund 56 % der Stromversorgung.
An sonnigen Tagen kann Solarstrom zeitweise über 90 % des aktuellen Strombedarfs decken. Das zeigt, dass Photovoltaik nicht nur langfristig, sondern bereits heute eine tragende Rolle im Stromsystem spielt.
Mit dem geplanten Ausbau auf 215 Gigawatt-peak (Kurz: GWp) bis 2030 wird der Solarstromanteil voraussichtlich auf rund 30 % steigen. In Kombination mit Windenergie soll der Anteil erneuerbarer Energien dann 80 % erreichen.
Kurzer Überblick über die Entwicklung der PV-Gesamtleistung in Deutschland:

Beitrag zur Klimaneutralität und CO₂-Reduktion
Photovoltaik liefert einen direkten Beitrag zum Klimaschutz. Jede Kilowattstunde Solarstrom ersetzt Strom aus fossilen Kraftwerken und vermeidet CO₂-Emissionen.

Ein wesentlicher Vorteil:
Eine Photovoltaikanlage erzeugt im laufenden Betrieb keinen Schadstoffausstoß. Zwar wird bei der Herstellung Energie benötigt, doch über ihre Lebensdauer produziert sie ein Vielfaches dieser Energie wieder zurück. Moderne Solarmodule haben diesen Energieaufwand meist schon nach wenigen Jahren ausgeglichen und liefern danach noch viele Jahre Strom, oft 25 bis 30 Jahre lang.

Je mehr Solarstrom genutzt wird, desto weniger Strom muss aus Kohle-, Öl- oder Gaskraftwerken kommen. Besonders an sonnigen, heißen Tagen kann Photovoltaik viel Strom liefern und so andere Kraftwerke entlasten.
Wirtschaftliche Bedeutung für die Energiewende
Photovoltaik war früher teuer, ist heute jedoch eine der kostengünstigsten Stromerzeugungsarten.
Neue große PV-Kraftwerke erzeugen Strom für etwa 4–7 ct/kWh, kleinere Dachanlagen für etwa 6–14 ct/kWh. Damit ist Solarstrom in vielen Fällen günstiger als Strom aus neuen fossilen oder nuklearen Kraftwerken.
Technologie | Stromgestehungskosten (ct/kWh) |
|---|---|
PV Dach klein (<30 kWp) | 6,4–14,4 |
PV Dach groß (>30 kWp) | 4,9–10,4 |
PV Freifläche (>1 MWp) | 4,1–6,9 |
Agri-PV | 6,2–11,9 |
PV + Batteriespeicher | 6,0–22,5 |
Wind Onshore | 4,3–9,2 |
Wind Offshore | 5,5–10,3 |
Biogas | 20,2–32,5 |
Feste Biomasse | 11,5–23,5 |
Braunkohle (neu) | 15,1–25,7 |
Steinkohle (neu) | 17,3–29,3 |
GuD-Kraftwerk (Erdgas) | 10,9–18,1 |
Gasturbine (Erdgas) | 15,4–32,6 |
H₂-GuD (neu) | 30,5–49,8 |
H₂-Gasturbine (neu) | 20,4–35,6 |
Kernkraft (neu) | 13,6–49,0 |
Ein zusätzlicher Effekt ist der sogenannte Merit-Order-Effekt. Er beschreibt, dass viel Solarstrom an sonnigen Tagen teure Kraftwerke ersetzt. Dadurch sinkt der Strompreis an der Börse:
PV-Strom verursacht nach der Installation kaum laufende Kosten, da kein Brennstoff benötigt wird.
Bei hoher Einspeisung ersetzt Solarstrom teure Kraftwerke, die sonst zur Deckung von Lastspitzen eingesetzt werden.
Dadurch sinkt der Börsenstrompreis insgesamt.
Ohne Photovoltaik wäre der Börsenstrompreis in Deutschland deutlich höher. Studien zeigen, dass Verbraucher und Unternehmen allein im Jahr 2024 mehrere Milliarden Euro Stromkosten durch Solarstrom eingespart haben.
Photovoltaik und Versorgungssicherheit
Photovoltaik wird häufig als wetterabhängig beschrieben. In der Praxis ist ihre Stromerzeugung jedoch heute sehr gut planbar. Moderne Wetterprognosen ermöglichen heute ziemlich genaue Vorhersagen. Außerdem stehen Photovoltaikanlagen nicht an einem einzigen Ort, sondern auf Millionen Dächern. Dadurch ist das Risiko eines kompletten Stromausfalls deutlich geringer.
Eine wichtige Rolle spielt das Zusammenspiel von Photovoltaik und Wärmepumpe. Photovoltaikanlagen liefern ihren höchsten Ertrag tagsüber, während der Betrieb der Wärmepumpe zeitlich flexibel gestaltet werden kann. Überschüssiger Solarstrom lässt sich so gezielt für die Wärmeerzeugung nutzen und in Pufferspeichern oder im Gebäude zwischenspeichern. Das erhöht den Eigenverbrauch, entlastet die Stromnetze und wirkt stabilisierend auf das Energiesystem.
Mit zunehmendem Ausbau der Photovoltaik gewinnen ergänzende Maßnahmen an Bedeutung. Insbesondere Speicher, Lastmanagement und der bedarfsgerechte Netzausbau. Diese Schritte sind kein Hinweis auf eine Schwäche der Photovoltaik, sondern notwendiger Bestandteil der Energiewende. Erst das Zusammenspiel aus erneuerbarer Stromerzeugung, flexiblen Verbrauchern wie der Wärmepumpe und geeigneter Infrastruktur ermöglicht eine dauerhaft sichere und klimaneutrale Energieversorgung.
Bedeutung für Haushalte, Gewerbe und Industrie
Photovoltaik ist nicht nur ein Großkraftwerksthema. Sie ermöglicht:
Eigenversorgung für Haushalte.
Kostensenkung für Gewerbe und Industrie.
Dezentrale Stromerzeugung nahe am Verbrauchsort.
Dadurch werden Netze entlastet, Stromverluste reduziert und die Akzeptanz der Energiewende erhöht. Millionen von Anlagen auf Dächern, Fassaden und Freiflächen machen die Energiewende sichtbar und greifbar.
Fazit
Photovoltaik ist ein zentraler Baustein der Energiewende in Deutschland. Sie liefert bereits heute einen erheblichen Teil des Stroms, ist kostengünstig, klimafreundlich und technisch ausgereift. Mit weiterem Ausbau wird sie nicht nur fossile Energieträger ersetzen, sondern auch Strompreise stabilisieren, CO₂-Emissionen senken und die Versorgungssicherheit erhöhen.
Kurz gesagt: Ohne Photovoltaik ist die Energiewende nicht erreichbar.







