Photovoltaik-Handbuch
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Ertrag, Effizienz & typische Leistung einer PV-Anlage
Kapitel 2: Grundlagen der Photovoltaik
Ertrag, Effizienz & typische Leistung einer PV-Anlage

Arian Elezkurtaj
Stand:
Der Stromertrag einer Photovoltaikanlage ist eine zentrale Größe für Planung und Wirtschaftlichkeit. Begriffe wie Ertrag, Leistung und Effizienz werden dabei häufig vermischt, obwohl sie unterschiedliche Aspekte der Stromerzeugung beschreiben.
Hier erfahren Sie, was der Ertrag einer Photovoltaikanlage bedeutet, wie er sich über das Jahr verteilt, wovon er beeinflusst wird und mit welchen realistischen Werten in Deutschland gerechnet werden kann.
Zusammenfassung
Der Ertrag beschreibt die tatsächlich erzeugte Strommenge einer PV-Anlage.
In Deutschland liegt der typische Jahresertrag bei etwa 900–1.100 kWh pro kWp.
Der größte Teil des Solarstroms entsteht zwischen April und September.
Standort, Ausrichtung und Neigung haben großen Einfluss auf den Ertrag.
Leistung (kWp) und Effizienz sind wichtig, aber nicht allein entscheidend.
Was ist der Ertrag einer Photovoltaikanlage?
Der PV-Ertrag bezeichnet die Menge an elektrischer Energie, die eine Photovoltaikanlage in einem bestimmten Zeitraum erzeugt. Er wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben.
Man unterscheidet zwei Kennzahlen:
Gesamtertrag: die insgesamt erzeugte Strommenge, zum Beispiel pro Jahr.
Spezifischer Ertrag: der Ertrag pro installierter Leistung, angegeben in kWh/kWp.
Der spezifische Ertrag ist wichtig, weil man damit erkennen kann, wie gut eine Anlage am jeweiligen Standort arbeitet, unabhängig von ihrer Größe. Eine große Anlage erzeugt mehr Strom als eine kleine, aber erst der spezifische Ertrag zeigt, wie gut eine Anlage am jeweiligen Standort arbeitet.
Wieviel Strom bringt mir eine Photovoltaikanlage?
In Deutschland schwankt der spezifische Ertrag je nach Region deutlich. Typische Werte liegen zwischen 900 kWh pro kWp im Norden und bis zu 1.100 kWh pro kWp im Süden.
Ein Beispiel: Ein 5-kWp-System an einem guten Standort in Mitteldeutschland erzeugt im Jahr rund 4.550 bis 4.700 kWh Strom, was etwa 910–940 kWh pro kWp entspricht.
Diese Werte zeigen, dass nicht allein die Größe der Anlage entscheidend ist, sondern vor allem der Standort und die Auslegung der Anlage.
Ertrag einer PV-Anlage im jahresverlauf
Der Stromertrag einer Photovoltaikanlage verteilt sich nicht gleichmäßig über das Jahr. Ursache dafür ist die unterschiedliche Sonneneinstrahlung in den einzelnen Monaten.
Jahreszeiten-Tabelle: PV-Ertrag in Deutschland
Jahreszeit | Monate | PV-Ertrag (kWh/kWp) | Anteil am Jahresertrag |
Frühling | März – Mai | 327 | 32,7 % |
Sommer | Juni – August | 396 | 39,6 % |
Herbst | September – November | 190 | 19,0 % |
Winter | Dezember – Februar | 87 | 8,7 % |
Gesamt | Januar – Dezember | 1000 | 100% |
Fast drei Viertel des gesamten Jahresertrags entstehen zwischen April und September.
Wieviel Strom bringt eine PV-Anlage im Winter?

Der Winter trägt nur einen kleinen Teil zum Jahresertrag bei. In den Monaten Dezember bis Februar entstehen durchschnittlich weniger als 10 % des gesamten Solarstroms.
Gründe dafür sind:
kurze Tage
niedriger Sonnenstand
häufige Bewölkung
Das bedeutet nicht, dass eine Anlage im Winter keinen Strom produziert, aber die Erträge sind deutlich geringer als im Sommer.
PV-Ertrag Tabellen
PV Ertrag Tabelle monatlich
Monat | PV-Ertrag (kWh/kWp)(durchschnittlich) | Ertrag pro Tag (durchschnittlich) | Einspeisevergütung | Einnahmen (10 kWp, Prognose 2026) |
|---|---|---|---|---|
Januar | 20 | 0,65 | 8,2 ct/kWh | 16,95 € |
Februar | 45 | 1,61 | 8,2 ct/kWh | 38,10 € |
März | 80 | 2,58 | 8,2 ct/kWh | 67,80 € |
April | 110 | 3,67 | 8,2 ct/kWh | 93,20 € |
Mai | 135 | 4,35 | 8,2 ct/kWh | 114,35 € |
Juni | 145 | 4,83 | 8,2 ct/kWh | 122,85 € |
Juli | 140 | 4,52 | 8,2 ct/kWh | 118,60 € |
August | 120 | 3,87 | 8,2 ct/kWh | 101,65 € |
September | 95 | 3,17 | 8,2 ct/kWh | 80,50 € |
Oktober | 65 | 2,10 | 8,2 ct/kWh | 55,05 € |
November | 30 | 1,00 | 8,2 ct/kWh | 25,40 € |
Dezember | 15 | 0,48 | 8,2 ct/kWh | 2,70 € |
Gesamtjahr | 1 | 2,74 | 837,15 € |
PV-Ertrag Täglich
Im Jahresdurchschnitt erzeugt eine PV-Anlage in Deutschland etwa 2,7 kWh pro kWp und Tag. An sonnigen Sommertagen kann eine 10-kWp-Anlage 25–35 kWh erzeugen, während der Tagesertrag im Winter oder bei schlechtem Wetter auf 5–10 kWh sinken kann.
Die höchsten Erträge entstehen in den Mittagsstunden, wenn die Sonne am höchsten steht:
Uhrzeit | Anteil am Tagesertrag (%) |
|---|---|
6:00 | 0,5 % |
7:00 | 2% |
8:00 | 5% |
9:00 | 9% |
10:00 | 13% |
11:00 | 17% |
12:00 | 19% |
13:00 | 18% |
14:00 | 14% |
15:00 | 10% |
16:00 | 6% |
17:00 | 4% |
18:00 | 2% |
19:00 | 1% |
20:00 | 0,5 % |
Was beeinflusst den Ertrag von Solarstrom?
Der Ertrag einer PV-Anlage hängt von mehreren Faktoren ab, die zusammenwirken.
Standort
Die Anzahl der Sonnenstunden unterscheidet sich regional deutlich. Während im Norden etwa 1.400–1.600 Sonnenstunden pro Jahr erreicht werden, liegen südliche Regionen bei 1.700–1.900 Sonnenstunden.

Spezifischer Ertrag Pro Bundesland (kWp beispiel 5/10/15)
Der spezifische Ertrag gibt an, wie viel Strom eine Photovoltaikanlage pro installiertem Kilowattpeak (kWp) im Jahr erzeugt. Er wird in kWh/kWp angegeben und eignet sich gut, um Standorte miteinander zu vergleichen.
Die folgende Tabelle zeigt typische Richtwerte für Deutschland sowie den daraus resultierenden Jahresertrag für 5-, 10- und 15-kWp-Anlagen.
Bundesland | Spezifischer Ertrag (kWh/kWp) | 5 kWp | 10 kWp | 15 kWp |
|---|---|---|---|---|
Baden-Württemberg | 1100 | 5.500 kWh | 11.000 kWh | 16.500 kWh |
Bayern | 1160 | 5.800 kWh | 11.600 kWh | 17.400 kWh |
Berlin | 1000 | 5.000 kWh | 10.000 kWh | 15.000 kWh |
Brandenburg | 1020 | 5.100 kWh | 10.200 kWh | 15.300 kWh |
Bremen | 900 | 4.500 kWh | 9.000 kWh | 13.500 kWh |
Hamburg | 900 | 4.500 kWh | 9.000 kWh | 13.500 kWh |
Hessen | 1070 | 5.350 kWh | 10.700 kWh | 16.050 kWh |
Mecklenburg-Vorpommern | 950 | 4.750 kWh | 9.500 kWh | 14.250 kWh |
Niedersachsen | 950 | 4.750 kWh | 9.500 kWh | 14.250 kWh |
Nordrhein-Westfalen | 1000 | 5.000 kWh | 10.000 kWh | 15.000 kWh |
Rheinland-Pfalz | 1080 | 5.400 kWh | 10.800 kWh | 16.200 kWh |
Saarland | 1090 | 5.450 kWh | 10.900 kWh | 16.350 kWh |
Sachsen | 1100 | 5.500 kWh | 11.000 kWh | 16.500 kWh |
Sachsen-Anhalt | 1010 | 5.050 kWh | 10.100 kWh | 15.150 kWh |
Schleswig-Holstein | 900 | 4.500 kWh | 9.000 kWh | 13.500 kWh |
Thüringen | 1050 | 5.250 kWh | 10.500 kWh | 15.750 kWh |
Dachausrichtung
Eine Südausrichtung liefert die höchsten Erträge. Ost- und Westausrichtungen erreichen etwa 80 % des Südertrags, verteilen den Strom jedoch gleichmäßiger über den Tag, was den Eigenverbrauch erhöhen kann.
Dachneigung
Ein Neigungswinkel von etwa 30 Grad gilt in Deutschland als optimal. Er stellt einen guten Kompromiss zwischen Sommer- und Winterertrag dar. Abweichungen sind möglich, reduzieren den Ertrag aber meist nur moderat.
Verschattung
Schon kleine Verschattungen, etwa durch Bäume oder Nachbargebäude, können den Ertrag spürbar senken. Deshalb ist eine sorgfältige Planung besonders wichtig.
Modulqualität & Wechselrichter
Hochwertige Module und passende Wechselrichter sorgen dafür, dass die vorhandene Sonneneinstrahlung möglichst verlustarm in Strom umgewandelt wird. Unterschiede zeigen sich vor allem langfristig.
Verschmutzung der Solarmodule
Staub, Pollen oder Vogelkot können den Ertrag leicht reduzieren. In den meisten Fällen reicht jedoch der natürliche Reinigungseffekt durch Regen aus. Bei Hartnäckigen Verschmutzungen, ist eine Fachgerechte Reinigung empfehlenswert.
Was ist die typische Leistung einer PV-Anlage in Deutschland
In Deutschland liegen die gängigsten Photovoltaik-Anlagengrößen bei Einfamilienhäusern heut emeist zwischen 5 und 10 kWp auf EInfamilienhäusern.
Typische Anlagenleistungen:
Einfamilienhaus: 5–10 kWp
Mehrfamilienhaus: 10–30 kWp
Gewerbe: deutlich darüber
Mit welchen Ertrag kann ich rechnen?
Bei einem typischen spezifischen Ertrag von etwa 1.000 kWh/kWp lässt sich der Jahresertrag einer Photovoltaikanlage grob abschätzen. Eine Anlage mit 5 kWp erzeugt im Jahr rund 5.000 kWh Strom. Bei 10 kWp sind es etwa 10.000 kWh, bei 15 kWp entsprechend rund 15.000 kWh.
Diese Werte dienen als Orientierung. Der tatsächliche Ertrag kann je nach Standort, Dachausrichtung, Neigung, Verschattung und technischer Auslegung der Anlage davon abweichen.
Für eine genauere und standortbezogene Einschätzung lässt sich der individuelle Solarstromertrag mit unserem PV-Ertragsrechner berechnen.
