Photovoltaik-Handbuch
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Unterschied zwischen Solarthermie und Photovoltaik – einfach erklärt
Kapitel 2: Grundlagen der Photovoltaik
Unterschied zwischen Solarthermie und Photovoltaik – einfach erklärt

Arian Elezkurtaj
Stand:
Solarthermie und Photovoltaik werden häufig verwechselt. Beide Technologien nutzen Sonnenenergie und werden meist auf dem Dach installiert. Technisch und wirtschaftlich verfolgen sie jedoch unterschiedliche Ziele.
Während Photovoltaik Strom erzeugt, produziert Solarthermie Wärme. Welche Lösung sinnvoller ist, hängt vom Energiebedarf des Gebäudes, der vorhandenen Technik und den langfristigen Zielen ab.
Zusammenfassung
Photovoltaik erzeugt Strom, Solarthermie erzeugt Wärme.
PV-Anlagen sind flexibler einsetzbar (Haushaltsstrom, Wärmepumpe, E-Auto).
Solarthermie wird meist nur für Warmwasser oder Heizungsunterstützung genutzt.
Die Wirtschaftlichkeit hängt stark vom Nutzungsprofil ab.
In vielen Einfamilienhäusern ist Photovoltaik heute die vielseitigere Lösung.
Was ist Photovoltaik?
Photovoltaik (kurz: PV) wandelt Sonnenlicht direkt in elektrische Energie um. Dafür werden Solarmodule auf dem Dach installiert, die Gleichstrom erzeugen. Ein Wechselrichter wandelt diesen in haushaltsüblichen Wechselstrom um.
Der erzeugte Strom kann:
direkt im Haushalt genutzt werden,
in einem Batteriespeicher gespeichert werden,
oder ins öffentliche Netz eingespeist werden.
Photovoltaik deckt somit den allgemeinen Strombedarf eines Gebäudes und kann zusätzlich Wärmepumpen oder Elektrofahrzeuge versorgen.
Was ist Solarthermie?
Solarthermie nutzt Sonnenenergie zur Erzeugung von Wärme. Auf dem Dach werden sogenannte Kollektoren installiert. Diese erhitzen eine Flüssigkeit, die die Wärme an einen Speicher im Gebäude überträgt.
Die erzeugte Wärme wird typischerweise genutzt für:
Warmwasserbereitung
Unterstützung der Heizungsanlage
Solarthermie erzeugt keinen Strom und kann nicht ins Netz einspeisen.
Technischer Vergleich
Photovoltaik ist technisch breiter einsetzbar, da Strom universell genutzt werden kann. Solarthermie ist auf Wärme beschränkt.
Merkmal | Photovoltaik | Solarthermie |
|---|---|---|
Energieform | Strom | Wärme |
Nutzung | Haushalt, Speicher, E-Auto | Warmwasser, Heizung |
Einspeisung möglich | Ja | Nein |
Erweiterbarkeit | Sehr flexibel | Begrenzt |
Saisonalität | Ganzjährig nutzbar | Stark winterabhängig |
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Anschaffungskosten
Bei der Entscheidung zwischen Solarthermie und Photovoltaik spielen die Anschaffungskosten eine wichtige Rolle. Für ein typisches Einfamilienhaus liegen die Investitionskosten einer Photovoltaikanlage meist im Bereich von etwa 1.100 bis 1.400 € pro kWp installierter Leistung. Eine Anlage mit rund 8 kWp bewegt sich damit grob im Bereich von 9.000 bis 12.000 €, ohne Stromspeicher.
Eine Solarthermieanlage zur reinen Warmwasserbereitung ist in der Regel günstiger und kostet häufig etwa 3.000 bis 6.000 €. Wird zusätzlich die Heizung unterstützt, können die Investitionskosten auch im Bereich von 7.000 bis 12.000 € liegen.
Die Anschaffungskosten allein sind jedoch nicht entscheidend. Photovoltaik erzeugt Strom und kann damit Haushaltsgeräte, Wärmepumpen oder Elektrofahrzeuge versorgen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen. Solarthermie spart dagegen vor allem Brennstoffkosten für Warmwasser oder Heizungsunterstützung, erzeugt jedoch keinen Strom und bietet daher weniger flexible Einsatzmöglichkeiten.
Betrieb und Wartung
Solarthermie benötigt regelmäßige Wartung, unter anderem für Pumpen, Wärmeträgerflüssigkeit und Drucksysteme.
Photovoltaikanlagen arbeiten weitgehend wartungsarm. Es entstehen keine beweglichen Teile oder Flüssigkeitssysteme.
Amortisation
Die Wirtschaftlichkeit hängt stark vom Energieverbrauch ab.
Bei hohem Strombedarf und steigenden Strompreisen amortisiert sich Photovoltaik häufig schneller.
Solarthermie kann sinnvoll sein, wenn ein hoher Warmwasserbedarf besteht und bereits eine fossile Heizung vorhanden ist.
Langfristig bietet Photovoltaik meist größere Einsparpotenziale, da Strom vielseitiger genutzt werden kann.
Wann lohnt sich was?
Photovoltaik sinnvoll, wenn … | Solarthermie sinnvoll, wenn … |
|---|---|
hoher Stromverbrauch im Haushalt | hauptsächlich Warmwasser benötigt wird |
eine Wärmepumpe betrieben wird | bestehende Heizung unterstützt werden soll |
ein Elektroauto geladen werden soll | keine elektrische Erweiterung geplant ist |
größere Unabhängigkeit vom Strommarkt gewünscht ist | einfache Ergänzung zur Warmwasserbereitung gesucht wird |
Investition in Speicher möglich ist (Eigenverbrauch steigerbar) | nur begrenztes Budget zur Verfügung steht |
Kann man beides kombinieren?
Technisch ist eine Kombination aus Photovoltaik und Solarthermie möglich.
In der Praxis wird jedoch häufig die verfügbare Dachfläche vorrangig für Photovoltaik genutzt. Der erzeugte Strom kann über eine Wärmepumpe ebenfalls zur Wärmeerzeugung eingesetzt werden und bietet dadurch größere Flexibilität.
Was ist heute sinnvoller?
In vielen Einfamilienhäusern ist Photovoltaik heute die vielseitigere Lösung. Sinkende Modulpreise, Batteriespeicher und die zunehmende Elektrifizierung von Heizung und Mobilität erhöhen ihren Nutzen deutlich.
Solarthermie bleibt eine spezialisierte Lösung für die Wärmeerzeugung, spielt jedoch im Neubau eine geringere Rolle als noch vor einigen Jahren.








