Photovoltaik-Handbuch
KAPITELÜBERSICHT
Einstieg
Grundlagen der Photovoltaik
Planung & Dimensionierung
Förderung & Finanzierung
Installation & Betrieb
Zukunft der Photovoltaik
Rechtliches & FAQ
Photovoltaik vs. fossile Kraftwerke
Kapitel 4: Kosten & Wirtschaftlichkeit
Photovoltaik vs. fossile Kraftwerke

Arian Elezkurtaj
Stand:
Photovoltaik wird oft als „grüne Alternative“ zu Kohle- und Gaskraftwerken beschrieben. Doch jenseits von Klimaschutz und Ideologie stellt sich eine viel entscheidendere Frage: Welche Stromerzeugung ist wirtschaftlich sinnvoll, heute und in Zukunft?
Um diese Frage zu beantworten, reicht ein Blick auf den aktuellen Strompreis nicht aus. Entscheidend sind die sogenannten Stromgestehungskosten. Sie zeigen, was eine Kilowattstunde Strom über die gesamte Lebensdauer einer Anlage tatsächlich kostet. Genau hier zeigt sich der strukturelle Unterschied zwischen Photovoltaik und fossilen Kraftwerken.
Zusammenfassung
Photovoltaik erzeugt Strom heute deutlich günstiger als neue fossile Kraftwerke.
Solarstrom hat kaum laufende Kosten, fossiler Strom bleibt dauerhaft von Brennstoffpreisen abhängig.
CO₂-Kosten und politische Risiken verteuern fossile Stromerzeugung zusätzlich.
Die Stromkosten von PV-Anlagen sind über 25–30 Jahre weitgehend stabil und planbar.
Im Vergleich zum Netzstrom ist selbst erzeugter Solarstrom langfristig klar im Vorteil.
Was beeinflusst die Kosten der Stromerzeugung?
Die Kosten einer Kilowattstunde Strom setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen. Dazu gehören Investitionskosten, laufende Betriebskosten, Brennstoffkosten, Wartung, Reparaturen sowie externe Kosten wie CO₂-Bepreisung.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Kostenstruktur: Photovoltaik verursacht fast alle Kosten zu Beginn der Laufzeit. Danach fallen nur geringe Betriebs- und Wartungskosten an. Fossile Kraftwerke hingegen haben dauerhaft laufende Kosten, da Brennstoffe kontinuierlich eingekauft werden müssen und CO₂-Emissionen zusätzliche Kosten verursachen.
Stromgestehungskosten im direkten Vergleich
Die Stromgestehungskosten geben an, was eine Kilowattstunde Strom über die gesamte Lebensdauer einer Anlage kostet. Grundlage sind unter anderem die Berechnungen des Fraunhofer-Instituts.
Vergleich der Stromgestehungskosten
Stromerzeugung | Stromgestehungskosten |
|---|---|
Photovoltaik Dachanlage | ca. 5–8 ct/kWh |
Photovoltaik Freifläche | ca. 2–4 ct/kWh |
Braunkohlekraftwerk | ca. 15–25 ct/kWh |
Steinkohlekraftwerk | ca. 17–30 ct/kWh |
Gaskraftwerk | ca. 18–35 ct/kWh |
Kernenergie (Neubau) | über 30 ct/kWh |
Bereits heute liegt Solarstrom damit deutlich unter den Kosten konventioneller Stromerzeugung.
Warum fossile Kraftwerke strukturell teurer sind
Fossile Kraftwerke sind dauerhaft auf Brennstoffe angewiesen. Diese Brennstoffe unterliegen Preisschwankungen, geopolitischen Risiken und langfristig steigenden Förderkosten.
Hinzu kommt die CO₂-Bepreisung. Jede erzeugte Kilowattstunde aus Kohle oder Gas verursacht Emissionen, die zunehmend teurer werden. Diese Kosten steigen nicht einmalig, sondern Jahr für Jahr.
Photovoltaik kennt diese Faktoren nicht. Sonnenlicht kostet nichts, wird nicht knapper und unterliegt keinen politischen Risiken.

Kosten über die Lebensdauer betrachtet
Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Lebensdauer. Photovoltaikanlagen laufen heute 25 bis 30 Jahre und oft sogar länger. Die Stromkosten bleiben dabei über die gesamte Laufzeit weitgehend stabil.
Fossile Kraftwerke hingegen sind über Jahrzehnte hinweg von variablen Kosten abhängig. Steigende Brennstoffpreise oder strengere Umweltauflagen wirken sich direkt auf den Strompreis aus.
Langfristig bedeutet das: Solarstrom ist kalkulierbar, fossiler Strom bleibt unsicher.
Vergleich zum Haushaltsstrompreis
Für private Haushalte ist nicht nur der Vergleich zwischen Kraftwerken relevant, sondern auch der Vergleich zum Strompreis aus dem Netz.
Während Haushaltsstrompreise häufig bei 30 bis 40 ct/kWh liegen, erzeugt eine Photovoltaikanlage Strom für unter 10 ct/kWh. Selbst mit Batteriespeicher bleibt selbst genutzter Solarstrom meist deutlich günstiger als Netzstrom.
Fixkosten vs. variable Kosten
Der wirtschaftliche Vorteil von Photovoltaik liegt auch in der Kostenstruktur. Photovoltaik hat hohe Anfangskosten, aber sehr niedrige laufende Kosten. Fossile Kraftwerke haben dauerhaft hohe variable Kosten.
Das bedeutet: Bei PV kennt man die Stromkosten im Voraus. Bei fossiler Stromerzeugung nicht.
Fazit
Der Vergleich zwischen Photovoltaik und fossilen Kraftwerken zeigt ein klares Bild. Solarstrom ist heute bereits eine der günstigsten Formen der Stromerzeugung. Langfristig ist er stabiler, planbarer und unabhängiger von politischen und wirtschaftlichen Risiken.
Während fossile Kraftwerke dauerhaft von Brennstoffen, CO₂-Preisen und globalen Märkten abhängen, nutzt Photovoltaik eine kostenlose, lokale Ressource. Genau deshalb ist Solarstrom nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern vor allem wirtschaftlich überzeugend.
Wer Stromkosten langfristig senken und Planungssicherheit gewinnen möchte, kommt an Photovoltaik nicht vorbei.








